Glossar

Das Glossar enthält die wichtigsten Begriffe zu den Themen, die Orienta4YEL behandelt. Um ein bestmögliches Verständnis sicherzustellen, gliedert sich der Aufbau nach Kernthemen, spezifischen Themen und Handlungsfeldern. In diesem Zusammenhang wird jedes der Themen von einem kurzen Kommentar begleitet, der die Bedeutung verdeutlicht und kontextualisiert.

Grundbegriffe

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Schulpflicht
Die Schulpflicht bezeichnet die gesetzlich vorgeschriebene Dauer des Schulbesuches.
Diversität
Eine Vielzahl menschlicher Bedingungen und Faktoren, die Menschen und deren Lebensumstände charakterisieren. Zu diesen Faktoren zählen zum Beispiel kulturelle, sozio-ökonomische Bedingungen, Lernstile, individuelle Fähigkeiten, körperliche, sinnliche und geschlechtsspezifische Identifikationen, sexuelle Orientierungen, Zugehörigkeit zu ethnischen Gruppen, Alter, religiöse und politische Weltanschauungen.
Gleichheit
Von einem gesellschaftlichen Standpunkt aus gesehen wird garantiert, dass alle Bürger die gleichen Rechte haben, zum Beispiel beim Zugang zu kostenloser Bildung. In der Schulbildung könnte ein Gleichheitssystem als ein System definiert werden, in dem alle Schüler gleich behandelt werden – zum Beispiel ein System, in dem alle Schüler die gleichen Entfaltungsmöglichkeiten erhalten, dem gleichen Schulcurriculum unterliegen, von Lehrern mit gleichwertigen Fachkenntnissen unterrichtet werden, die gegenüber allen Schülern dieselben Lernerwartungen haben und die mit gleichwertigen Ressourcen und Unterstützung ausgestattet sind.
Gerechtigkeit
Respekt und Wertschätzung der Individualität, Anpassung und Schaffung der besten Bedingungen für jeden Einzelnen, um das maximale Potenzial zu erreichen. Gerechtigkeit sollte nicht mit Gleichheit verwechselt werden. Gerechtigkeit bietet jedem Schüler das, was er oder sie braucht, um auf einem angemessenen Niveau Leistungen zu erbringen. Während Gleichheit darauf abzielt, Chancengleichheit zu schaffen, zielt Gerechtigkeit darauf ab, auch eine Parität in den Ergebnissen zu schaffen.
Formale Bildung
Die formale Bildung umfasst alle Ebenen eines stark institutionalisierten Bildungssystems (unabhängig davon, ob sie vom öffentlichen, privaten oder dritten Sektor angeboten wird), das zu einer Zertifizierung und zu staatlich anerkannten Qualifikationen führt.
Inklusion
Ein Ansatz, der über die Idee hinausgeht, dass alle Kinder auf die gleiche Art und Weise erzogen werden sollten, wobei der Schwerpunkt auf der Gerechtigkeit liegt und dass alle einbezogen werden. Das Ziel der Inklusion ist es, dass alle Schülerinnen und Schüler ihr volles Potenzial entfalten und die Partizipation und Teilhabe an der Gemeinschaft ermöglicht wird.
Inklusive Bildung
Der Prozess, mit dem eine Schule versucht, Inklusion umzusetzen, indem sie alle Schüler als Individuen anerkennt und ihren Lehrplan, ihre organisatorischen Abläufe und ihr Bildungsangebot überdenkt und neu strukturiert, um die Chancengleichheit zu erhöhen und die Qualität der Ergebnisse zu verbessern.
Informelles Lernen
Informelles Lernen, bezieht sich auf das Lernen, das im täglichen Leben durch den Kontakt mit der eigenen Umgebung stattfindet. Lernen findet unabhängig davon statt, ob man sich bewusst dafür entscheidet oder nicht, und wird durch alltägliche Aktivitäten und Interaktionen innerhalb des Kontexts von Arbeit, Familie und Freizeit realisiert. Im Gegensatz zum formalen und non-formalen Lernen ist das informelle Lernen nicht institutionalisiert.
Non-formale Bildung
Non-formale Bildung ist jede Art von organisiertem Lernen außerhalb der formalen Bildungssysteme, das von einem Bildungsanbieter geplant und angeboten wird. Sie ist weniger institutionalisiert und hierarchisch als das formale Lernen. Sie kann zwar zu einer Zertifizierung und einer Qualifikation führen, aber dies ist weder notwendig noch in vielen Fällen der eigentliche Zweck der non-formalen Bildung.
Jugend/Jugendliche oder junge Erwachsene
Menschen, die sich in einer Lebensphase befinden, die mit 12 Jahren beginnt und sich bis zum Alter von 21 Jahren erstreckt.

Spezifische Begriffe

Benachteiligte Lernende
Lernende, die aufgrund ihrer Lebensumstände und/oder Bedingungen wahrscheinlich auf Schwierigkeiten stoßen, die ihre Entwicklungs- und Erfolgschancen verringern.
Schul- oder Ausbildungsabbruch
Unter Schul- oder Ausbildungsabbruch versteht man die Unterbrechung der Teilnahme eines Einzelnen (oder einer Gruppe) an einem Ausbildungsprogramm.
Schul- oder Ausbildungsabbrecher
Lernende, die ein (formales oder nicht formales) Bildungs- oder Ausbildungsprogramm verlassen, obwohl sie der Schulpflicht unterliegen.
Vorzeitiges Verlassen von Schule oder Ausbildung
Vorzeitiges Verlassen von Schule oder Ausbildung liegt dann vor, wenn junge Menschen zum Zeitpunkt des Verlassens (bestenfalls) die untere Sekundarstufe erreicht haben und nicht mehr an einem formalen oder nicht-formalen Bildungsprogramm teilnehmen, was gesetzlich vorgeschrieben ist, noch eine berufliche Ausbildung erhalten.
Interessensgruppen im Bildungsbereich
Im Bildungswesen bezeichnet der Begriff Interessensvertreter typischerweise jeden, der sich für das Wohlergehen und den Erfolg einer Schule (auch Berufsschule) und ihrer Schüler engagiert. Dies schließt besonders Vertreter der Bildungsadministration, Lehrer, Mitarbeiter, Schüler, Eltern, Familien, Vormünder, Gemeindemitglieder, Vertreter der lokalen Wirtschaft und gewählte Amtsträger wie Schulausschussmitglieder, Stadträte und Repräsentanten des Staates ein.
NEET (Nicht in Schule, Beschäftigung oder Ausbildung)
Ein junger Mensch, der sich nicht mehr im Bildungssystem befindet und nicht arbeitet oder in Ausbildung ist.
Schutzmechanismen
Interne oder externe Bedingungen oder Unterstützungsmechanismen, die auf sozialer, institutioneller, pädagogischer, kultureller, biologischer, psychologischer, familiärer oder kommunaler Ebene die Wahrscheinlichkeit problematischer Entwicklungen in schulischen Bildungsprozessen verringern oder die negativen Auswirkungen eines Risikofaktors auf den Bildungserfolg reduzieren und damit Möglichkeiten für erfolgreiche Bildungsverläufe schaffen.
Risikofaktoren
Risikofaktoren können die Wahrscheinlichkeit oder die Anfälligkeit für ein Scheitern von Bildungsprozessen erhöhen. Dieses Konzept steht in Zusammenhang mit Chancenlosigkeit und benachteiligenden Umständen, die zum Ausschluss der Schülerinnen und Schüler aus ihrem sozialen und erzieherischen Umfeld führen können.
Schulversagen
Unter Schulversagen wird ein Prozess verstanden, in dessen Verlauf Schüler immer mehr hinter das Lern- und Leistungsniveau ihrer Altersgenossen zurückfallen und sich allmählich vom Bildungssystem abkoppeln. Schulversagen manifestiert sich im Versagen bei der Erreichung zuvor definierter Ziele – auf Seiten des Schülers oder der Schule selbst.
Einrichtungen zur sozialen und pädagogischen Unterstützung
Da die Abgrenzung zwischen formalen und nicht-formalen Bildungskontexten unscharf und deshalb schwer zu definieren ist, schlagen wir den Begriff "Einrichtungen zur sozialen und pädagogischen Unterstützung" vor. Dies bezieht sich auf Institutionen außerhalb der Schulen, die pädagogische Unterstützung, Bildungsberatung, andere Orientierungshilfen und Ressourcen anbieten, um Bildungserfolg zu ermöglichen.

Handlungs- und Interventionsbezogene Begriffe

Orientierung (Orientierungsleitbilder)
Strategische und nachhaltige Prozesse zur Unterstützung der pädagogischen, sozialen, emotionalen, persönlichen und beruflichen Entwicklung der Schülerinnen und Schüler, um ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Bildungs- und Ausbildungssystem zu verhindern und den Erfolg zu fördern.
Unterstützungsmechanismen der Orientierung
Eine Reihe von Aktivitäten, Maßnahmen und Praktiken, die Teil des Orientierungsprozesses der Studierenden sind, wie z.B. tutorielle Unterstützung, Mentoring, etc.
Maßnahmen der zweiten Chance
Maßnahmen, die den Schülerinnen und Schülern einen Weg zur Rückkehr in das Bildungssystem und zum möglichen Erwerb einer Qualifikation bieten. Maßnahmen der zweiten Chance können verschiedene Formen annehmen: Einige bieten die Möglichkeit, eine formale Qualifikation zu erwerben. Andere Maßnahmen der zweiten Chance führen nicht direkt zu einer formalen Qualifikation, sondern zielen darauf ab, junge Menschen bei der Rückkehr zum formalen Lernen oder beim Übergang in die Beschäftigung oder eine Ausbildung zu unterstützen.
Berufsausbildung als Maßnahme der zweiten Chance
Eine spezifische Form von Maßnahmen der zweiten Chance, die sich an Schulabbrecher richten, um durch die Aufnahme einer Berufsausbildung ihre Wiedereingliederung in das Bildungssystem zu fördern.
Tutorielle Maßnahmen
Ein spezifischer Mechanismus zur Unterstützung der Orientierung, um die pädagogische, soziale, emotionale, persönliche und berufliche Entwicklung der Schülerinnen und Schüler zu leiten und zu begleiten. Tutorielle Maßnahmen erfordern das Einbeziehen eines Tutors.
Berufliche Bildung
Unter Beruflicher Bildung sind Ausbildungsprogramme zu verstehen, die auf die Unterrichtung und Aneignung der für eine berufliche Tätigkeit erforderlichen Fähigkeiten abzielen.
 
 
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